Inkassogebühren – sind diese wirklich rechtmäßig?

Unter einem Inkassounternehmen kann sich jeder etwas vorstellen. Denn dieser Begriff ruft bei vielen Menschen Angst und Verunsicherung hervor. Doch die negative Konnotation kann entkräftet werden. Denn auch wenn Inkassogebühren oder Verzugszinsen rechtlich erlaubt sind, so sind dies Einschüchterungen von Inkassounternehmen eben nicht.

inkassogebuehrenSollten Sie also einen Vorfall haben, bei dem Sie Ihre Rechnung versehentlich nicht gezahlt haben und Sie erhalten Besuch von einem solchen Unternehmen, dann sind Sie nicht dazu verpflichtet, dieses hineinzulassen. Auch wenn es Ihre Pflicht ist, bestellte Ware oder in Anspruch genommene Dienstleistungen zu zahlen, so können Sie dennoch darauf vertrauen, dass Ihnen ein Inkassounternehmen nichts antun kann.

Inkassogebühren – wie werden diese berechnet?

Die Berechnung von Mahngebühren ist relativ einfach. Hierbei beruft sich die Rechtsprechung auf das Gesetz für Verzugszinsen aus dem BGB. Hierbei werden Verzugszinsen anhand des Basiszinssatzes bemessen. Dieser wird von der deutschen Bundesbank jährlich festgelegt. Im Falle von Geschäften mit Verbrauchern gelten 5% als Basis zur Berechnung der anfallenden Mahngebühren. Inkassogebühren unterscheiden sich von dieser Berechnung nicht, denn auch diese müssen sich an die Auflagen halten und sind an die Vorgaben Ihres Auftraggebers gebunden. Dennoch dürfen die Mahngebühren eines Inkassounternehmens nicht höher ausfallen als die eines Rechtsanwalts. Geschäfte mit Nichtverbrauchern belaufen sich indes auf einen Basiszinssatz von 8%.

Was Sie in puncto Inkassogebühren wissen müssen:

  • Die Ermittlung der Adresse ist nicht erstattungsfähig
  • Kontogebühren sind ebenfalls nicht erstattungsfähig
  • Inkassogebühren sind in ihrer Höhe beschränkt (vergleichbar mit Anwaltskosten)

Inkassogebühren zahlen oder Wiederspruch einlegen

Sollten Sie eine Mahnung von einem Inkassounternehmen mit Inkassogebühren erhalten, dann sollten Sie dabei in jedem Fall prüfen, ob diese Mahngebühren gerechtfertigt sind. Denn Mahngebühren sind, wie wir eben gesehen haben, keine willkürlich ausgewählten Werte, sondern sollen den Ausfall und den Schaden des Schuldners abdecken. Im besten Fall setzen Sie sich mit diesem in Verbindung, zahlen die offene Rechnung und legen Wiederspruch gegen die zu zahlenden Gebühren ein. Mehrfache Mahnungen dürfen indes den Betrag von 2,50 € für Porto und Papier nicht übersteigen.

Tipp: Merken Sie sich zudem, dass das Schreiben eines Inkassounternehmens keine größere Bedeutung hat als die Mahnung des Gläubigers selbst. Angst und Unsicherheit sind völlig unbegründet und Sie müssen trotz Besuch niemanden in Ihre Wohnung oder Ihr Haus eintreten lassen, wenn dieser offene Rechnungen eintreiben möchte.