Muss man als Schuldner Mahngebühren bezahlen?

In der Hektik des Alltags kann es schon einmal passieren, dass man es versäumt, eine offene Rechnung zu begleichen. Ist die Zahlungsfrist verstrichen und ist man der Zahlung nicht nachgekommen, so folgt häufig eine Mahnung, welche nicht nur den noch offenen Rechnungsbetrag, sondern darüber hinaus auch Verzugszinsen oder Mahngebühren enthalten kann.

Doch muss man diese Mahngebühren bezahlen? Eine Frage, die sich zahlreiche Schuldner zu Recht stellen. Tatsächlich gelten für Mahngebühren und Verzugszinsen, die vom Gläubiger berechnet werden, gesetzliche Regelungen. So ist es grundsätzlich die Pflicht des Schuldners, für die Mahngebühren und die dem Gläubiger entstandenen Mehrkosten aufzukommen und so eine Art Schadensersatz zu leisten. Allerdings ist Mahnung nicht gleich Mahnung. Denn die erste Mahnung, die den Schuldner bei einem Zahlungsverzug erreicht, ist zunächst nur als Zahlungserinnerung anzusehen, sodass die hier eventuell ausgewiesenen Mahngebühren vom Schuldner nicht bezahlt werden müssen.

Erste Mahnung lediglich Zahlungserinnerung

mahngebuehren-bezahlenAuch wenn nicht rechtens, weisen viele Unternehmen Verzugszinsen und Gebühren bereits in der ersten Mahnung aus. Da die erste Mahnung jedoch lediglich eine Zahlungserinnerung darstellt, müssen Schuldner diese Mahngebühren nicht bezahlen. Handelt es sich jedoch bereits um die zweite oder gar dritte Mahnung, so ist es die Pflicht des Schuldners, für die ausgewiesenen Gebühren aufzukommen. Ist dies nicht der Fall, so könnten die Gläubiger die Mahngebühren im Zweifelsfall rein rechtlich sogar einklagen – ein Schritt, von dem aufgrund der doch eher geringen Beträge und dem verhältnismäßig hohen Aufwand in der Regel allerdings Abstand genommen wird.

Mahngebühren ab der zweiten Mahnung per Gesetz rechtens

Mahngebühren sind ab der zweiten Mahnung per Gesetz rechtens und so ist es grundsätzlich die Pflicht des Schuldners, diese Gebühren zu bezahlen. Sind die Mahngebühren allerdings inakzeptabel hoch und bewegen sich diese bei 20 Euro oder übersteigen sogar den Rechnungsbetrag, so muss der Schuldner diese Beträge jedoch nicht stillschweigend in Kauf nehmen. Denn horrende Mahngebühren verstoßen gegen das Recht und müssen nicht bezahlt werden.

In einem solchen Fall empfiehlt es sich, sich als betroffener Schuldner an eine rechtsberatende Stelle zu wenden. Um Ärger im Hinblick auf mögliche Mahnungsgebühren erst gar nicht entstehen zu lassen, sollte man stets darauf bedacht sein, Rechnungen innerhalb des gesetzten Zahlungsziels zu begleichen. Sollte die Zahlung dennoch einmal versäumt werden, so gilt es spätestens mit Erhalt der ersten Mahnung, die Zahlung vorzunehmen.