Mahngebühren müssen nicht zwingend entrichtet werden

Die Möglichkeit, überall einzukaufen und auf Rechnung zu zahlen, birgt auch die Gefahr, dass das Begleichen dieser Rechnungen oftmals vergessen wird. Doch dabei spielt es keine Rolle, ob dies aus Versehen oder aber bewusst geschieht. Das Ergebnis bleibt bei beiden Ursachen das Gleiche: Eine Mahnung wird vom Schuldner an den Gläubiger versandt.

Doch hierbei stellt sich die Frage: Sind Mahngebühren überhaupt zulässig und worauf basiert die Berechnung der anfallenden Mahngebühren? Eine Mahngebühr gilt nach deutschem Recht als Verzugsschaden für den Gläubiger, denn dieser bleibt auf seinen Kosten sitzen, sollten die jeweiligen Rechnungen für die Produkte oder Dienstleistungen nicht gezahlt worden sein.

Kann eine Mahngebühr umgangen werden?

Wer ein Mahnschreiben erhalten hat, indem Mahngebühren festgehalten sind, der hat die Möglichkeit, auf unterschiedliche Weise zu agieren. Die beste Option stellen dabei das Zahlen der versäumten Rechnung und ein schriftlicher Wiederspruch dar. Mit diesem haben Sie als Gläubiger die Möglichkeit, eine Offenlegung der Kosten zu verlangen. Denn Mahngebühren müssen nachvollziehbar sein. Zudem sollten Sie darauf achten, dass Ihre Zahlungsfrist wirklich verstrichen ist. Sollte dies nicht der Fall sein, so sind die vom Gläubiger geforderten Mahngebühren nicht zulässig und können auch ohne Einspruch ignoriert werden. In der Regel dürfen mehrmalige Mahngebühren die Kosten von Porto und Papier in Höhe von 2, 50 € nicht überschreiten. Sollten Sie also eine Mahngebühr über einen undefinierbaren und nicht nachvollziehbaren Betrag erhalten, dann brauchen Sie sich keine Sorgen bezüglich der Rechtsprechung zu machen, da diese zu Ihren Gunsten ausfällt. Die Höhe der Mahngebühren oder Verzugszinsen ist dabei ebenfalls rechtlich festgelegt. Hier ist der Basiszinssatz die Berechnungsgrundlage. Bei Geschäften mit Verbrauchern ist ein Basiszinssatz von 5 % angesetzt. Bei einem Geschäft mit Nichtverbrauchern gilt ein Basiszinssatz von 8%.

Mahnungen von Inkassobüros

Oftmals schalten zahlreiche Unternehmen sogenannte Inkassobüros ein, um Schuldner über die noch offene Rechnung zu informieren und das fehlende Geld einzutreiben. Auch die dabei zusätzlich entstehenden Mahngebühren müssen nachvollziehbar sein und dürfen die Kosten eines Rechtsanwalts nicht übersteigen. Schuldner in Deutschland sind durch das Verbraucherschutzgesetz abgesichert. Laut § 309 Nr. 6 des BGB sind Vertragsstrafen, die in den allgemeinen Geschäftsbedingungen vermerkt sind unzulässig.

Fazit: Mahngebühren müssen nachvollziehbar sein und sollten auf Ihre Rechtmäßigkeit untersucht werden. Dennoch ist jedem Schuldner anzuraten, offene Rechnungen zu begleichen, um weiteren Komplikationen und Mahnungen aus dem Weg zu gehen.